14.06.2011

Keine Überraschung: Zahl der Ehrenamtlichen im Sport ist rückläufig!

Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages hat in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Unterausschuss „Bürgerliches Engagement“ eine Ausarbeitung von Prof. Dr. Sebastian Braun diskutiert (Quelle: www.bundestag.de „Zahl der Ehrenamtlichen im Sport ist rückläufig“).

Der beteiligte Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), vertreten durch die Direktorin fĂĽr Sportentwicklung, Fr. Dr. Karin Fehres, hebt hervor, dass das Ehrenamt nicht nur dem Sport zugute kommt, somit eine umfassende gesellschaftspolitische Funktion erfĂĽllt und damit fĂĽr unsere Gesellschaft notwendige Aufgaben ĂĽbernimmt. Herr Ingo-Rolf Weiss, der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend (dsj), hob die Integrationskraft des Sports im Bereich der Jugendarbeit hervor.

Aus unseren rechtlichen Erfahrungen und auch aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen bei der Ausübung von Ehrenämtern durch unsere Berufsträger (Stiftungs- und Vereinsvorstandsämter) droht dieses Engagements jedoch durch immer kompliziertere Rechtsvorschriften an Attraktivität zu verlieren. Es lässt sich vielmehr feststellen, dass wachsende bürokratische Anforderungen und die nach wie vor bestehende persönliche Haftung von Vorstandsmitgliedern, dazu führen, dass immer weniger Menschen bereit sind, solche Ehrenämter und die damit verbundenen Risiken zu übernehmen. Zwar verspricht die Politik immer wieder öffentlichkeitswirksam Verbesserungen, vor allem im Bereich der Entbürokratisierung, aber meist ist das Gegenteil der Fall. Es braucht keine neuen Strukturen, sondern die bestehenden müssen gefördert, unterstützt und gestärkt werden. Es gibt nach wie vor viele Menschen, die sich gerne selbstlos engagieren – das sehen wir jeden Tag in unseren lokalen Vereinen – es gibt aber immer weniger Menschen, die auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, weil die Folgen einer kleinen Fehleinschätzung weitreichende Auswirkungen sowohl in strafrechtlicher, steuerrechtlicher und zivilrechtlicher Hinsicht haben können, die dann den Ehrenamtlichen persönlich treffen. Diese Risiken sind nicht einschätzbar, wenn keine professionelle Hilfe erfolgt, die zumeist Geld kostet!

Das ist kein Nährboden, auf dem das Ehrenamt in Zukunft wachsen kann.