15.08.2011

Sportveranstaltungsvermarktung ‚Äď Der Schutz des Veranstalters vor unbefugter Vermarktung ist nicht ausreichend!

Fachkreise und Gerichte sind sich nahezu einig:

Ein effektiver Schutz des Sportveranstalters vor einer unbefugten Verwendung seiner Veranstaltung ist nur in sehr engen Grenzen gegeben. Das einzige rechtliche Instrument gegen eine unbefugte Verwendung ist die Aus√ľbung des Hausrechts, das aber in vielerlei Hinsicht auch an tats√§chliche Grenzen st√∂√üt. Die mediale Verwendung von Sportveranstaltungen verst√∂√üt grunds√§tzlich nicht gegen zivil-, urheber- oder wettbewerbsrechtliche Vorschriften. Nur der Hausherr kann die mediale Aufzeichnung und anschlie√üende Verwendung verbieten, wenn dies aufgrund der baulichen Gegebenheit und faktischen Kontrollm√∂glichkeiten √ľberhaupt m√∂glich ist. Nach derzeitiger h√∂chstrichterlicher Rechtsprechung genie√üt auch ein Spielplan, selbst wenn er so komplex ist wie bei den Olympischen Spielen, keinen Schutz vor unbefugter √úbernahme z.B. durch Wettanbieter. Auf der Grundlage des bestehenden Rechts ist diese Auffassung, abgesehen von der Anwendung des bisher in der Diskussion nicht ber√ľcksichtigten Gesetztes zum Schutz des Olympischen Emblems und der Olympischen Bezeichnungen (OlympSchG), zutreffend. Zum Schutz der Sponsoren von Sportveranstaltungen und damit der gesicherten Vermarktungsm√∂glichkeiten der Veranstalter und zur Verhinderung von unlauteren Wettbewerbsvorteilen der Verwerter, die f√ľr das Recht zur Nutzung keine Lizenzgeb√ľhren aufwenden m√ľssen, ist ein erweiterter gesetzlicher Schutz zu fordern. Denn der Ambush-Marketer verschafft sich dadurch einen wirtschaftlichen Vorteil vor seinen Konkurrenten, der den Veranstalter mit finanziellen Mitteln unterst√ľtzt.