07.10.2011

Die "Osaka-Regel" des IOC, wonach ein Sportler, der eine Sperre von ├╝ber 6 Monaten nach einem Dopingversto├č erhalten hat, nicht f├╝r die n├Ąchsten Olympischen Spiele zugelassen werden darf, ist unwirksam.

Der Sportgerichtshof in Lausanne (CAS) hat mit Pressemitteilung vom 06.10.2011 (www.tas-cas.org) bekannt gegeben, dass auf Antrag des amerikanischen NOK┬┤s (USOC) die Regel 45 der olympischen Charta (Osaka-Regel) f├╝r unwirksam und damit f├╝r unanwendbar erkl├Ąrt wurde. Im Wesentlichen wird diese Entscheidung mit dem grunds├Ątzlichen Verbot “ne bis in idem” (Strafklageverbrauch – verbietet eine neue Strafverfolgung des T├Ąters wegen der selben Tat) begr├╝ndet. Dabei geht der Sportgerichtshof davon aus, dass die Regel 45 als Zulassungsbeschr├Ąnkung eine Sanktion darstellt. Die Entscheidung ist ein R├╝ckschlag f├╝r die Olympische Bewegung im Kampf gegen Doping und es wird zu pr├╝fen sein, ob durch die ├änderung der Dopingbestimmungen die “Nulltoleranz-Politik” auch f├╝r die auf einen Versto├č folgenden Olympischen Spiele durchgesetzt werden kann. Das Dopingverbot ist eine wesentliche ethische und moralische Grundlage des modernen Wettkampfsports, mit Vorbildwirkung f├╝r den Breiten- und Freizeitsport. Es stellt sich ├╝berdies die berechtigte juristische Frage, ob die Regel 45 tats├Ąchlich gegen das “ordre public” verst├Â├čt oder als sporttypische Regel der grundgesetzlich gesch├╝tzten Vereinsautonomie unterliegt und damit der rechtliche Kontrolle entzogen ist. Die Nichtzulassung zu Olympischen Spielen ist keine Sperre. Gleichwohl hat auch der organisierte Sport das “ordre public” und damit auch die Grundrechte der Sportler zu beachten und ist verpflichtet, seine Regeln den sich ver├Ąndernden Umst├Ąnden anzupassen. Es ist ein gerechter Interessenausgleich zu schaffen. Aber auch die Gesellschaft ist aufgerufen, im Wettkampfsport nicht immer nur neue Rekorde zu fordern, sondern den eigentlichen Wettkampf wieder in den Vordergrund zu r├╝cken.