08.05.2014

Wildcard bleibt Wildcard

Das entschied das LG Bonn in einem einstweiligen VerfĂŒgungsverfahren. Ein geistig behinderter Tischtennisspieler hatte seine Nominierung zu den Para Tischtennis-Weltmeisterschaften in Peking einklagen wollen mit der BegrĂŒndung, er sei sportlich qualifiziert und mĂŒsse daher Athleten, die sportlich nicht qualifiziert seien, aber aufgrund einer Wildcard an der WM teilnehmen dĂŒrften, vorgezogen werden. Der Athlet hat als 33. der Weltrangliste keine Medaillenchance, was die Vorgaben des nationalen Verbandes fĂŒr eine Nominierung aber verlangen. Eine Wildcard berechtigt zur Teilnahme außerhalb der Qualifikationskriterien. Der beklagte Verband hatte sein Ermessen daher nicht falsch ausgeĂŒbt, da die Nominierungskriterien auf Wildcards gerade nicht anwendbar seien. Folge man der Auslegung des KlĂ€gers, so wĂ€re die Möglichkeit der Wildcard sehr stark eingeschrĂ€nkt [LG Bonn, Az. 18 O 107/14]. Damit folgten die Gerichte unserer Rechtsauffassung.

Bereits zuvor war der KlĂ€ger mit seinen AntrĂ€gen auf einstweiligen Rechtsschutz beim Deutschen Sportschiedsgericht gescheitert, das sich mangels vertraglicher oder ausreichend statutarischer Schiedsvereinbarung zwischen dem KlĂ€ger und den beklagten, von dieser Kanzlei vertretenen, VerbĂ€nden fĂŒr unzustĂ€ndig erklĂ€rte [DIS-SV-SP(ER)-02/14].